L-01 Labs-Projekt

Hüni — KI-Gemeindeassistent

KI-Gemeindeassistent für Hünenberg. RAG-basierter Chat mit verifizierbaren Quellen, transparenter Antwortgenerierung und Schweizer Datenhoheit.

Konzept
Hüni — KI-Gemeindeassistent — Mockup-Vorschau

Problem

Bürgerinnen und Bürger verbringen oft Zeit damit, die richtige Information oder den passenden Online-Dienst auf kommunalen Websites zu finden. Obwohl Hünenberg bereits über einen modernen Online-Schalter und digitale Angebote wie die eZug-App verfügt, bleiben Informationssuche und Orientierung für viele Anliegen ein zentraler Bestandteil der Bürgerinteraktion.

Herkömmliche KI-Chatbots sind für den Einsatz im öffentlichen Sektor nur bedingt geeignet. Antworten können bei unvollständiger Datenbasis ungenau sein, die Datenverarbeitung erfolgt häufig ausserhalb der Schweiz und Quellenangaben fehlen oder sind nicht nachvollziehbar. Klassische FAQ-Systeme wiederum stossen bei der Vielfalt individueller Bürgeranfragen schnell an ihre Grenzen.

Lösung

Hüni ist ein KI-Gemeindeassistent auf Basis von Retrieval-Augmented Generation (RAG). Die Wissensbasis besteht ausschliesslich aus verifizierten und öffentlich zugänglichen Informationsquellen der Gemeinde, darunter Reglemente, amtliche Publikationen, Online-Dienstleistungen, Formulare und weitere relevante Inhalte.

Das System basiert auf drei zentralen Grundprinzipien: nachvollziehbare Quellenangaben bei inhaltlichen Antworten, keine Bearbeitung personenbezogener Verwaltungsfälle sowie eine konsequente Antwortverweigerung bei fehlender Datengrundlage. Kann eine Frage nicht zuverlässig beantwortet werden, erfolgt eine Weiterleitung an die zuständige Gemeindestelle.

Die Architektur ist vollständig auf Schweizer Datenhoheit ausgelegt. Hosting und Datenverarbeitung erfolgen in der Schweiz und können DSG-konform betrieben werden. Die geschätzten Betriebskosten für eine Gemeinde mit rund 9'000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegen bei etwa CHF 200 bis 400 pro Monat.

Zielgruppe

Primäre Zielgruppen

  • Kleine und mittlere Schweizer Gemeinden
  • Kantonale Verwaltungen mit Fokus auf digitale Bürgerservices
  • Gemeindekanzleien mit hohem Anteil wiederkehrender Informationsanfragen

Sekundäre Zielgruppen

  • Gemeinden mit mehrsprachiger Bevölkerung
  • Gemeindeverbände und Shared-Service-Organisationen
  • Anbieter digitaler Verwaltungslösungen als integrierbare White-Label-Komponente

Tech Stack

Modello linguistico di grandi dimensioni (LLM) Retrieval-Augmented Generation (RAG) JavaScript (Vanilla) HTML5 / CSS3 Proxy API serverless Database vettoriale Hosting cloud svizzero Python (crawler della sitemap) API eZug (prevista)

Compliance

Legge federale svizzera sulla protezione dei dati (nLPD 2023) EU AI Act (allineamento Limited Risk) Infrastruttura di hosting conforme ISO 27001 WCAG 2.1 AA (prevista) eCH-0014 (previsto) BGEID (previsto) Principi OCSE sull’IA (2019) Sovranità svizzera dei dati Hosting in Svizzera

Roadmap

Q2 2026 — Pilot

Funktionsfähiger Prototyp mit kuratierter Wissensbasis (≈30 Einträge), browserbasiertem Widget und Offline-Mirror. Durchführung von Tests zur Antwortqualität und Robustheit anhand realer Anwendungsfälle. Evaluation durch interessierte kommunale Stakeholder.

Q3 2026 — Backend

Cloudflare Worker als API-Proxy. Vektor-Datenbank (Qdrant, Schweizer Hosting). Sitemap-Crawler für automatisierte Inhaltsübernahme. Geplanter Nutzer- und Praxistest mit Einwohnerinnen und Einwohnern.

Q4 2026 — Pilotbetrieb

Vorbereitung eines produktionsnahen Pilotbetriebs in Zusammenarbeit mit einer interessierten Gemeinde. Analytics-Dashboard für Verwaltungsstellen (häufige Fragen, Weiterleitungen, Nutzungsmuster). Kontinuierliche Weiterentwicklung der Wissensbasis.

2027 — Skalierung

Prüfung der Übertragbarkeit auf weitere Schweizer Gemeinden. Vollständige Mehrsprachigkeit (DE / FR / IT / EN). Evaluation der Integration bestehender digitaler Identitätslösungen wie eZug.

Literatur & Referenzen

Wissenschaftliche Grundlage

  • Lewis, P. et al. (2020): Retrieval-Augmented Generation for Knowledge-Intensive NLP Tasks. arXiv:2005.11401.

Datenschutz & Governance

  • Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB): Leitfaden zum Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung, 2024.
  • OECD (2023): Recommendation on Artificial Intelligence – Public Sector Application.

Schweizer Digitalisierungsstrategien

  • Bundeskanzlei: Strategie Digitale Verwaltung Schweiz 2024–2027.
  • Kanton Zug: eZug – Digitale Verwaltung, Strategiedokumente und öffentliche Informationen.

FAQ

Wie verhindert Hüni Halluzinationen?
Hüni darf nur auf Basis der bereitgestellten Wissensbasis antworten. Findet sich keine offizielle Quelle, lautet die Antwort standardisiert: "Dazu liegen mir keine offiziellen Daten vor. Bitte wenden Sie sich an die Gemeindekanzlei.Diese Regel ist als zentrale Sicherheitsvorgabe im Systemdesign verankert und kann durch Endnutzer nicht umgangen werden.
Werden persönliche Daten verarbeitet?
Hüni ist nicht für die Bearbeitung personenbezogener Verwaltungsfälle ausgelegt. Werden Personendaten eingegeben, werden diese nicht für Auskünfte genutzt und die Nutzerinnen und Nutzer werden aufgefordert, sich direkt an die zuständige Gemeindestelle zu wenden.
Wo werden die Daten gehostet?
Alle Daten werden in der Schweiz gehostet und unterliegen ausschliesslich dem Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG). Die Wissensbasis enthält nur öffentliche Gemeindedokumente — keine Personendaten.
Wie aktuell ist die Wissensbasis?
Im Pilotbetrieb wird die Wissensbasis manuell gepflegt. Für die Produktion ist ein nächtlicher Sitemap-Crawler vorgesehen, der huenenberg.ch automatisch reindexiert. Statische PDFs werden bei Versionsänderung neu ingestiert.
Was kostet der Betrieb?
Geschätzt CHF 200–400 monatlich für eine Gemeinde mit 9'000 Einwohnern bei moderater Nutzung (≈3'000 Anfragen pro Monat). Hauptkostenpunkte: Anthropic API-Aufrufe, Vektor-DB-Hosting, Cloudflare-Plan.
Können andere Gemeinden Hüni adoptieren?
Ja. Die Architektur ist gemeindeneutral. Adaption für eine zweite Gemeinde dauert typischerweise ein bis zwei Wochen: Wissensbasis tauschen, Branding anpassen, System-Prompt re-konfigurieren.
Was passiert bei rechtsverbindlichen Anfragen?
Hüni gibt explizit keine rechtsverbindlichen Auskünfte und verweist bei jedem entsprechenden Verdacht konsequent an die Gemeindekanzlei. Diese Einschränkung ist transparent im Disclaimer kommuniziert und im System-Prompt verankert.
Welches Sprachmodell wird verwendet?
Claude Sonnet 4 von Anthropic, gewählt wegen exzellenter Schweizerdeutsch- und Hochdeutsch-Fähigkeiten sowie EU-Hosting. Das System ist modell-agnostisch — ein Wechsel zu Mistral, Aleph Alpha oder anderen europäischen Anbietern ist vorbereitet.
Case Study

Case Study

Wie könnte eine Schweizer Gemeinde mit rund 9'000 Einwohnerinnen und Einwohnern einen KI-Assistenten einsetzen, um Bürgerservices rund um die Uhr bereitzustellen – unter Berücksichtigung von Datenschutz, Transparenz und verifizierten Informationsquellen?

Ausgangslage

Hünenberg verfügt bereits über ein fortschrittliches digitales Serviceangebot mit Online-Schalter, eZug-Anbindung und einer aktiven Strategie zur digitalen Weiterentwicklung. Die nächste Entwicklungsstufe stellt die Frage, wie KI-gestützte Systeme Bürgerservices erweitern können, ohne Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und Datenhoheit zu beeinträchtigen.

Die Hypothese

Ein kuratierter RAG-basierter Assistent, gespeist ausschliesslich aus offiziellen Informationsquellen der Gemeinde, könnte häufige Bürgeranfragen zuverlässig beantworten und gleichzeitig komplexere Anliegen gezielt an die zuständigen Verwaltungsstellen weiterleiten.

Der Prototyp

Für diese Konzeptstudie wurde ein funktionsfähiger Demonstrator mit einer kuratierten Wissensbasis, browserbasiertem Widget und umfangreichen Tests zur Antwortqualität entwickelt. Besonderes Augenmerk lag auf der Nachvollziehbarkeit von Antworten, der Quellenverifikation sowie dem kontrollierten Umgang mit Fragen ausserhalb der verfügbaren Wissensbasis.

Der Weg zum Pilotbetrieb

Die Architektur ist modular aufgebaut. Ein automatisierter Sitemap-Crawler übernimmt künftig die Aktualisierung der Wissensbasis, ein API-Proxy adressiert Sicherheitsanforderungen und eine Schweizer Vektor-Datenbank gewährleistet Datenhoheit und Datenschutz. Die geschätzten Betriebskosten für eine Gemeinde mit rund 9'000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegen zwischen CHF 200 und CHF 400 pro Monat.

Der entscheidende Unterschied zu generischen KI-Chatbots: Antworten basieren ausschliesslich auf verifizierten Quellen. Informationen, die nicht durch die Wissensbasis gedeckt sind, werden nicht beantwortet, sondern an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Weitere Projekte

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